Eigentlich wollte ich ja wöchentlich oder alle zwei Wochen einen Blogeintrag schreiben. Aber jetzt sind drei Wochen draus geworden, die es echt in sich hatten.

Bis zum 27. November blieben wir bei Familie Bourneville in Auckland. Von dort aus machten wir mal einen obligatorischen Stadtbesuch. Ein paar hohe Gebäude und einen Hafen gabs da zu sehen, das Wetter hielt sich in Grenzen und wir mussten einfach feststellen, dass wir keine Stadtmenschen sind. Und irgendwie kam man sich in Skycity vor wie in Chinatown, da mindestens die Hälfte der Menschen dort Asiaten waren. Außerdem versuchten wir nach einem missglückten Versuch am Vortag Bier ohne Reisepass zu kaufen ein weiteres Mal an das deutsche Grundnahrungsmittel ranzukommen. Da ich aber keinen Reisepass dabei hatte, sondern nur Felix, wir aber zu zweit an der Kasse standen und es daher als Gruppenkauf galt, bekamen wir schonwieder kein Bier.

Auf dem Weg zum Mount Eden, einer grünen Oase in der Großstadt, sind wir durch Zufall in einen Specialized Concept Store ‚Mount Eden Cycles‘ geraten und dort habe ich mir gleich mal ein 2017er Enduro reserviert. Wenn wir Auckland Richtung Süden verlassen, habe ich also wieder einen zweirädrigen Untersatz!

Mit Mark und Natalie zusammen besuchten wir einen weiteren Strand westlich von Auckland. Bethells Beach war echt atemberaubend und wir bekommen immer mehr Bock auf surfen.

Auch wenn die Arbeit für Kost und Logie teilweise hart oder echt nervig war, verflog das ganz schnell wieder mit einer Session im hauseigenen Fitnessstudio und einer Abkühlung im Pool.

An einem freien Tag folgten wir einer weiteren Empfehlung von Natalie, die uns zum Muriwai Beach und der dort brütenden Gannet Colony führte. Nach einem ersten richtigen Bad im Meer fanden wir am Shelly Beach einen seeeeehr ruhigen Ort für unser erstes essen mit Camperutensilien. Im Anschluss schafften wir es dann endlich mal ein paar Bier zu kaufen!

Zusammen mit Rema, einem weiteren Deutschen der im Haus angekommen war, fuhren wir nochmal nach Piha, um erst in die Pools vom Kitekite Waterfall zu hüpfen und danach eeeeeendlich mal ein Bier bei Sonnenuntergang am Strand zu schlürfen. Der Sonnenuntergang war der absolute Hammer, seht selbst!

Es gab auch Tage, an denen wir nicht so richtig wussten, was wir mit uns anfangen sollten. Aber ein kurzer Plausch mit unseren Gastgebern beim Frühstück löste das Problem und schon landeten wir an den großen Sanddünen am Lake Wainamu. Mit ein paar Wettrennen an den steilen Hängen der schwarzen Sanddüne mitten im Wald machten wir uns fertig und mussten uns dann natürlich im See abkühlen.

Unsere Highlights westlich von Auckland waren aber unsere zwei Canyoning Touren. Mit etwas mehr Sonne wäre das schon nahezu unschlagbar gewesen!

 

Echt nervig sind die ganzen Mücken- und Sandflystiche. Jeder hat seine Art damit umzugehen, Felix kratzt sich eben die Knöchel blutig.

27.11.2017

Da Felix, Rema und ich mit unserer deutschen Arbeitsmoral und ohne Pläne für die nächsten Wochen perfekt für einen Job waren, verschaffte uns Mark gleich einen. Wir durften sein Strandhaus in der Tauranga Bay eine halbe Stunde nördlich von Kerikeri malern. Auf der vierstündigen Fahrt dorthin waren wir alle echt überrascht, wie ländlich dort oben alles ist und wie lang die Nordinsel sein muss, da wir ja immernoch weit entfernt vom nördlichsten Punkt waren.

Die ersten zwei Tage am Beachhouse verbrachte Mark noch mit uns, kümmerte sich um unser körperliches Wohl und zeigte uns wie man Jakobsmuscheln findet und isst. Beim Feuer und BBQ auf der Veranda diskutierten wir Weltprobleme so gut es ging auf Englisch und bewunderten seine Weltoffenheit. Wenn er nicht extra sagen würde, dass er damit einen Eindruck verschaffen will, von dem wir noch unseren Kindern erzählen werden, würde sich der Eindruck auch von alleine ergeben. Die nächsten Tage malerten wir was das Zeug hielt, zitterten manchmal wenn wir ganz oben auf der Leiter standen, belohnten uns aber jeden Abend mit einem leckeren Abendbrot und einer Runde mit den Kajaks auf dem Meer.

In Deutschland würden wir ja wahrscheinlich nie auf einen Wochenmarkt gehen, weil das nur was für alte Leute ist, ein Farmers Market in Neuseeland ist da aber anders. Erstens ist das Gemüse günstiger als im Supermarkt und zweitens dudelt da auch immer angenehme Live-Musik im Jonny Cash Style. Und es ist die einzige Möglichkeit einigermaßen gutes Brot zu bekommen, das man nicht gleich mit der Zunge zerdrücken kann.

Als der Anstrich der Häuser abgeschlossen war, machten wir noch ein paar Tage Urlaub. An einem Tag entschlossen wir uns den Sonnenaufgang am Cape Reinga sehen zu wollen. Also starteten wir 3 Uhr morgens zum nördlichsten für die Öffentlichkeit erreichbaren Punkt Neuseelands. Dort angekommen, stand der Vollmond über der Küste und wurde langsam von der aufgehenden Sonne abgelöst. Was für ein Hammer Start in den Tag! Nach einem Baked Beans Frühstück erreichten wir ein paar Kilometer ein paar große Sanddünen, die Teil des 90 Miles Beach sind. Und wir schliefen so wie wir im Auto saßen bis der Truck mit den Leih-Sandbords vorfuhr. Nach ein paar Dünenritten war der Sand überall und zum Glück konnte man an einer anderen Stelle des 90 Miles Beach mit dem Auto bis auf den Strand fahren und den Sand in den Wellen loswerden.

Die Ausstattung des Strandhauses mit Kajaks und einem alten Surfboard eröffnete ganz neue Freizeitgestaltungen. Bei dem Versuch auf den Wellen zu gleiten und gegen sie anzustürmen gabs echt einige lustige und adrenalinreiche Momente!

Das Leben im Beachouse war nicht so wie man sich das als Backpacker vorstellt. In der vollausgestatteten Küche kredenzten wir Eierkuchen, Thai Curry, backten Brot und konnten auf der Veranda jeden Tag am Feuer sitzen. Ich denke wir sollten es genießen, uns aber nicht daran gewöhnen.

Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Zeit am Wasser verbracht, es ist aber einfach nur geil! Das Meer und Strandurlaub stiegen also weit in meiner Gunst, allerdings hat uns so ein nahezu privater Strand ganz schön verwöhnt. Ende der Woche verlassen wir das Strandhaus, holen mein Fahrrad in Auckland und machen uns auf Richtung Süden.

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