Du wolltest schon immer wissen, wie du am besten in Neuseeland zurechtkommst? Einen Einblick in den anstrengenden Arbeits- und Reisealltag gibt es gepaart mit meiner Sichtweise der Dinge.

1. Warum sollte ich mich für Neuseeland entscheiden?

Aotearoa ist anscheinend der kleine Mainstream Work and Travel Bruder von Australien. Und weil STA Travel die Flüge so schön mit Paket anbietet, in denen die erste Woche Biergewöhnung im Hostel inklusive ist, weiß Mutti zum Glück immer wo ich bin.

Die Landschaft in Neuseeland ist wunderschön und andere, die vor mir da waren, haben schon Checklisten der „must do’s“ für mich erstellt. Dann kann ich ja ganz bequem entlangfahren, aussteigen, Fotos schießen, einen Fallschirmsprung machen und Bungeejumpen. Voraussetzung für solche Späße ist allerdings ein gewisses Taschengeld und deshalb heißt es Work & Travel.

2. Wie spare ich Geld?

Zuallererst immer mit der Frage: brauche ich das wirklich. Und das zieht sich echt durch alle Lebensbereiche. Dann natürlich mit dem Schnäppchenjagen im Supermarkt und gegenseitigem Haareschneiden. Was sich meiner Meinung nach nicht auszahlt, ist am Essen zu sparen. Irgendwann schmeckt der halbe Kilo Margarine für 3$ als einziger Brotaufstrich nicht mehr.

Langfristig wichtig sind hier Kontakte und Ressourcenteilung. Jemand, mit dem ich zusammen kochen, gegenseitig Haare schneiden, zusammen Auto fahren, Großpackungen kaufen kann und der mir Tipps für günstige Übernachtungsmöglichkeiten geben kann. Im Idealfall springe ich über meinen eigenen Schatten und spreche Neuseeländer an, viele davon sind auch echt umgänglich. Wenn ich dann noch ein Hobby oder Interessen habe, das derjenige teilt und ich ihm daher mit meiner Begeisterung Freude bereite: Jackpot. Hier könnte sich eine langfristige Freundschaft entwickeln.

3. Was mache ich mit der Langeweile?

Such dir ein Hobby! Eine äußerst erschreckende Aussage war für mich: Reisen wird doch nach einem Monat langweilig, da arbeite ich lieber wieder. Aber hey, ist ja eigentlich gut, dass nicht jeder gleich ist.

Und wenn ich kein Hobby habe, bei dem meine Zeit einfach investieren kann, ohne dass mir langweilig wird, könnte ich mich zum Beispiel weiterbilden oder an irgendwelchen Skills arbeiten. Ist aber auch leichter gesagt als getan. Ich kann immer noch keinen Handstand.

4. Lerne ich da wirklich besser Englisch?

90% der Langzeitbesetzer von Neuseeland geben das Ausbauen der Englischkenntnisse als einen der Gründe an, wenn sie gefragt werden, warum sie da unten sind. Das klappt ja sicherlich ganz gut, wenn ich mich in einheimischen oder internationalen Kreisen bewege. Auf den meisten Campingplätzen herrscht jedoch eine deutsche Mehrheit und da wird nur Englisch gesprochen, wenn wenigstens ein kleiner Teil der Gesprächsgruppe anderssprachig ist. Das ist dann natürlich immer cool, wenn man so an sich arbeiten kann. „Learning by doing“ ist ja bekanntlich meist das beste. Meine eigenen Erwartungen und die vieler anderer wurden oft nicht erfüllt und dann war die Enttäuschung „schon wieder Deutsche“ groß und wir haben lieber gar nicht miteinander geredet. Im Nachhinein denke ich, können wir uns glücklich schätzen, dass wir eine so wohlhabende Gesellschaft sind, dass gefühlt jeder 5. irgendwann mal ein Auslandsjahr macht!

5. Welche Alternativen gibt es zu Nudeln mit Pesto?

Nudeln mit Pesto sind schon mal ganz gängig und passen auch zum Budget, aber die Pesto Auswahl ist dort etwas begrenzt. Felix und meine Favoritenessen zum Selberkochen waren ein vegetarisches Thai Curry mit Reis oder Nudeln mit einer Tomaten-Tunfisch-Soße. Beim Tunfischkauf kann man auch gleich schon eine Geschmacksrichtung zwischen scharfem Thai Curry und Pfeffer-Zitrone wählen, was eine Variation erleichtert. Der Klassiker für zwischendurch ist natürlich ein Meatpie, also ein Kuchen mit Hackfleisch, Gulasch oder Hühnerfrikassee drin, so würde ich es jetzt mal beschreiben. Gibt’s an jeder Tanke und beim Bäcker die besseren. Zum Frühstück haben wir oft die Gelegenheit einer Küche auf dem Campingplatz oder bei Familien genutzt und Eierkuchen gebraten. Man darf sich ja auch nicht jeden Tag bestrafen!

6. Wie soll das Leben nach Neuseeland weitergehen?

Viele nehmen sich vor bei ihrem Auslandsjahr etwas klarer in den Zukunftsplänen zu werden. Es ist ja auch echt schwierig das richtige für sich zu finden, wenn man alles kann und nichts muss. Und natürlich ist zuhause nichts anders, und prinzipiell alles nicht so cool wie auf dem vergangenen Abenteuer. Aber das Leben geht weiter und ich versuche mir einen Teil der Gelassenheit eines so jungen Volkes wie den Neuseeländern zu behalten.

Also macht euch los!

Euer Overmountain Oliver

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen